Faires Berlin

FAQ und Beispiele

Was ist mit heilenden und medizinischen Berufen?

Ob Heilpraktiker oder Zahnarzt: Mit Sicherheit vollbringt jeder eine wertvolle Dienstleistung. Wir maßen uns auch nicht an, Schul- oder Alternativmediziner unterschiedlich zu bewerten. Wir können aber leider nicht alle Ärzte, Heilpraktiker, Therapeuten oder Fitness- und Yoga-Studios bei uns aufnehmen. Die Anzahl der Unternehmen aus diesen Bereichen würde die der öko-sozialen bei weitem übertreffen. Das würde nicht nur den Rahmen sprengen, sondern die Ausrichtung unseres Netzwerkes verändern. Deshalb sehen wir uns momentan leider gezwungen, heilende und medizinische Unternehmen nicht ins Netzwerk aufnehmen zu können.

Was ist mit „neutralen" Branchen?

Bei Unternehmen, die unsere Standards nicht erfüllen können weil sie in einer „neutralen" Branche arbeiten in der eine öko-faire Ausrichtung grundsätzlich nicht möglich ist (z.B. Anwalt für Verkehrsrecht), können wir keine Ausnahmen machen.

Die Maßstäbe sind für alle gleich. Alles andere würde nur zu einer nachhaltigen Verzerrung unseres Netzwerkprofils führen und letztendlich zum Verlust unserer Glaubwürdigkeit (Green-Washing, Verbrauchertäuschung).

Was ist mit Firmen die eine Dienstleistung für öko-faire Unternehmen anbieten?

Wir beurteilen Unternehmen immer nach ihrer Tätigkeit nicht nach ihren Kunden. Bei einer "ökologisch wertvollen Dienstleistung" muss die Dienstleistung als solche, ökologisch wertvoll sein. Z.B. ist ein Büroservice, ein Steuerberater, eine Unternehmensberatung u.ä. eine in unserem Sinne "neutrale" Dienstleistung. Die Tatsache dass sie für Unternehmen aus der öko-fairen-Branche erbracht werden, ändert daran nichts. Die Art der Dienstleistung bleibt ja dieselbe.

Leider können wir keine Firmen aufnehmen, nur weil sie gerne für unsere Netzwerk-Mitglieder arbeiten möchten. Würden wir das machen (und wir haben diesbezüglich oft Anfragen), hätten wir bald mehr Firmen aus dem neutralen Bereich als aus dem öko-fairen und das wäre gegenüber anderen Mitgliedern oder dem Verbraucher nicht mehr glaubhaft zu vermitteln bzw. es würde unser Netzwerkprofil deutlich verzerren.

Eine einzige Ausnahme könnten wir bei Firmen machen, die ausschließlich (!) ihre Dienstleitung für Unternehmen aus der öko-fairen Branche erbringen. Diese Auschließlichkeit müsste aber auch deutlich - als wesentliches Unternehmensmerkmal - nach außen kommuniziert werden (Homepage, Flyer, etc.) und vor allem über transparente Referenzen (Homepage) jederzeit nachvollziehbar sein.

Warum gibt es dennoch Teilnehmer im Netzwerk, die die Kriterien scheinbar nicht (mehr) so ganz erfüllen?

Die Kriterien haben sich über Monate hinweg entwickelt. Sie wurden immer wieder überarbeitet und angepasst. Wir sind aber mit den betreffenden Unternehmen im Gespräch um diese zu ermuntern, ihre öko-faire Ausrichtung zu verstärken bzw. diese besser nach Außen zu kommunizieren.

Ein paar Beispiele

(die vom Prinzip her durchaus in der Praxis schon vorgekommen sind):

Leider nein
Ein Steuerberater betreibt sein Büro mit Öko-Strom, trinkt Fair-Trade-Kaffee und verwendet Recycling-Papier.
Begründung
Für den Bäcker würde dies auch nicht reichen. Dort erwarten wir, dass er Bio-Brote backt und das ist ein weitaus größerer Aufwand. Wir können uns bei unserer Beurteilung nur auf die eigentliche Kerntätigkeit konzentrieren und weniger um das „drumherum". Zum anderen können wir nicht jeden Betrieb bei uns aufnehmen, nur weil er Öko-Strom und Recycling-Papier verwendet. In unserem Netzwerk dürfte dies ohnehin schon zum unausgesprochenen Standard gehören.
Sehr gerne
Ein Steuerberater, der ausschließlich (!) Firmen aus der Bio-Branche berät.

***

Leider nein
Eine Galeristin beteiligt ihre Künstler finanziell überdurchschnittlich mit einem hohen Anteil am Verkauf.
Begründung
Leider hat dies nichts mit Fair-Trade im eigentlichen Sinne zu tun (und ist auch schwer zu überprüfen).
Sehr gerne
Eine Galeristin, die z.B. hauptsächlich (!) Kunst aus recycelten Materialien (Upcycling/Redesign) oder mit sozial Benachteiligten arbeitet.

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Leider nein
Ein Strommakler hat Öko- und gleichzeitig Atom-Strom im Angebot.
Begründung
Wir könnten unmöglich kontrollieren, welches Produkt der Makler bei seinen Verkaufsgesprächen favorisiert.
Sehr gerne
Ein Strommakler der sich auf Öko-Strom spezialisiert hat.

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Leider nein
Eine Fotografin fährt mit dem Rad zur Arbeit, ernährt sich vegan, arbeitet ehrenamtlich in einer sozialen Einrichtung und produziert sogar einmal eine Foto-Serie für die Zeitschrift Öko-Test.
Begründung
1. Die private Lebensweise wollen wir nicht beurteilen oder gar überprüfen. 2. Ein ehrenamtliches Engagement ist zwar lobenswert, kann aber hier nicht mit einfließen, da dies nichts mit der eigentlichen Dienstleistung zu tun hat. 3. Eine gelegentliche Fotoserie für Öko-Test reicht leider nicht.
Sehr gerne
Eine Fotografin hat sich vorrangig auf Umwelt oder Ökothemen spezialisiert.

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